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Ein Fotoprojekt für Kinder und Jugendliche
Was ist Kindheit? Loris Malaguzzi sagte: "Das Kind hat 100 Sprachen, aber 99 werden ihm geraubt." Ich denke, in dem Satz steckt viel Wahrheit. Wir Erwachsene nehmen Kinder und Jugendliche häufig lediglich als Sohn, Tochter, Schüler oder Schülerin wahr. Kinder sind in den Augen vieler Erwachsenen häufig "zu jung" und "zu klein". Kindheit wird regelmäßig auf das Lernen in der Schule, auf Bildung, auf Erziehung und damit auf Defizite reduziert. Im gleichen Atemzug werden Kinder viel zu negativ als "Tyrannen" verkauft und insofern sie sich als kompetent und mündig erweisen, als "vorlaut", als "altklug", als "frech" oder als "kleine Prinzen und Prinzessinen" nicht wertgeschätzt. Viel zu häufig reden wir über "Entwicklungsstörungen": In unregelmäßigen Abständen wird Kindheit pathologisiert und psychatrisiert, Kinder werden eher mit Krankheiten, wie ADHS, Depressionen oder Autismus in Verbindung gebracht, als mit Persönlichkeit und gesellschaftlicher Teilhabe.
Die Realität ist aber weit komplexer: Kindheit im 21. Jhd. ist mehr als eine Ansammlung von Schülern, Söhnen, Töchtern, Tyrannen, Störungen oder Krankheiten! Kinder im 21. Jhd sind heterogen, vielfältig, bunt und aufregend. Sie beleben das Stadtbild Berlins und das Land Brandenburg! Kinder gewinnen jeden Tag Erfahrungen und haben viel zu berichten! Vieles davon ist sehr spannend, spannender, als wir Erwachsenen es für möglich halten und auch wir Erwachsenen können von den Erfahrungen der Kinder lernen, insofern wir ihnen zuhören.
Insofern über "die Jugend" geredet wird, so finden wir nicht nur Pathologisierungen, sondern in der Regel Wehklagen, die "Jugend von heute" sei unpolitisch, naiv und faul, konsumgeil, spaßorientiert und überhaupt ist die Jugend der Grund für den "Werteverfall". In den Medien werden jugendliche Subkulturen vermarktet und verkauft und Klischees verbreitet. Auf der Strecke bleiben junge Persönlichkeiten, Träume, Wünsche, Hoffnungen, Werte und Ziele. Jugend ist mehr als unpolitische Naivität und Spaß, Jugend ist heterogen, vielfältig und nicht auf einen Nenner zu bringen, genau das macht die Jugend so spannend!
kujibb.net steht für "Kindheit und Jugend in Berlin und Brandenburg", für ein engagiertes, privates, sozialpädagogisches und künstlerisch orientiertes studentisches Fotografieprojekt.
Ziel des Projekts ist es, die Komplexität der Realität von Kindern und Jugendlichen in Berlin und Brandenburg in jeglicher Vielfalt, Unterschiedlichkeit und Gemeinsamkeit darzustellen, um dabei Vorurteile über Regionen, Kulturen oder Religionen, als auch um negative Stereotypisierungen über Kinder und Jugendliche abzubauen. kujibb.net will Kindheit und Jugend im sozialen Raum entdecken und Kindern und Jugendlichen die Chance geben, sich selbst zu verwirklichen. kujibb.net bietet Kindern und Jugendlichen die Chance, selbstbewusst vor der Kamera aufzutreten. Kinder bekommen durch die Selbstdarstellung vor der Kamera die Möglichkeit, ihre eigene Persönlichkeit, Identität und Individualität vor der Kamera zu entdecken. Im Endeffekt werden sie angeregt, sich als Teil einer Stadt bzw. als Teil eines Bundeslandes zu verstehen!
Die Zukunft des Projekts liegt in der vergleichenden Präsentation der Bilder in Ausstellungen, in Broschüren und in einem Projektbuch.
Ich persönlich bin z.Zt. auf der Suche nach einer Finanzierung des Projekts, z.B. über Fördermittel und strebe in diesem Rahmen u.a. die Vereinsgründung kujibb e.V. an.
Über Hinweise, Hilfe und Unterstützung bei der Vereinsgründung sowie bei der Finanzierung des Projekts würde ich mich freuen!
Udo Lihs
kujibb@kujibb.net
http://www.kujibb.net
Beitrag wurde am 04.10.2009 vom Verfasser bearbeitet

